Mittwoch, 21. Januar 2009

The Red Centre

Ich schulde euch schon lange die Fortsetzung zum Eintrag vom 21.12.08...
In Adelaide war die Reise natürlich noch nicht zu Ende. Da uns Adelaide nicht sehr zugesagt hat und wir Wein nicht mögen (diese Stadt soll bekannt sein für ihren Wein) sind wir bereits nach 2 Tagen Richtung Alice Springs aufgebrochen. Von Adelaide ins „rote Zentrum“ von Australien hat man mit dem Bus etwa 23 Stunden. Wir haben diese Stunden in einem Greyhound Bus hinter uns gebracht. Nach den vielen langen Busfahrten die wir bereits hinter uns hatten, war es für mich kein Problem mehr ein paar Stunden (in eigentlich eher ungemütlicher Position- was man aber erst zu spüren bekommt, wenn man erwacht…) zu schlafen.


Mit uns im Bus waren neben ein paar wenigen europäischen Touris auch 5 ältere Aborigines-Frauen in Blümchenkleidern. Die Ureinwohner Australiens sind leider nicht wirklich in das australische Leben integriert, können meist auch nicht gut Englisch und leben im Outback. Unsere 5 Frauen haben den Bus dann auch mitten im Nirgendwo – irgendwann in der Nacht – verlassen. Wir waren darüber aber nicht wirklich traurig, denn Duschen hat bei ihnen scheinbar keinen allzu grossen Stellenwert…
In Alice Springs angekommen, wollte ich – kaum draussen – gleich wieder zurück in den kühlen Bus hüpfen. Man wurde von der Hitze fast erschlagen. Wir haben uns dann aber bald an die sehr heissen Temperaturen (zwischen 40 bis 50 Grad) gewöhnt und die Tage im bis dahin besten Hostel (mit Pool!) genossen.


Das Zentrum von Alice Springs ist nicht sehr gross – es besteht eigentlich nur aus einer Shopping Mall und die meisten Shops befinden sich in einem grossen gekühlten Gebäude. Draussen halten sich dann auch nicht viele Leute auf und auch die vielen Aborigines, die in und um Alice Springs leben, versammeln sich am liebsten im Schatten oder im gekühlten Shoppingcenter. Leider konnten wir während der paar Tage in Alice keinen Kontakt zu ihnen knüpfen, da sie eher zurückhaltend sind. Sie sollen aber scheinbar einen sehr guten Sinn für Humor haben. Ich hoffe also, dass wir während unserer Zeit in Down Under noch einigen begegnen werden.


Wir konnten es uns natürlich nicht nehmen, auch noch den absolut wichtigsten „Stein“ im Red Centre zu besuchen – den Uluru (Ayers Rock). Von Alice sind wir mit dem Bus 4 Stunden - vorbei an rot-grünen "Vorgärten" - gefahren (Emus sind wir unterwegs auch noch begegnet), bis wir endlich von weitem den grossen roten Stein erspähen konnten. Da begann das Herz dann doch ein bisschen schneller zu schlagen. Endlich waren wir da, an unserem Ziel, das wir uns für den ersten Monat in Australien gesetzt hatten!


Der Uluru befindet sich im Ulura & Kata Tjuta National Parc. Als wir endlich aus dem Bus steigen konnten wurden wir erst mal auf die Folter gespannt. Der Uluru war so nah, doch wir wurden erstmal bei Souvenirshops abgesetzt, in welchen man Kunst der Aborigines kaufen und ihnen auch beim malen zusehen kann. So schön die Sachen waren – sie waren einfach zu teuer. Nachdem niemand von uns etwas gekauft hatte, stiegen wir wieder in den Bus und weiter gings erstmal zu den Olgas (Kata Tjuta). Von den Olgas hört man bei uns nicht sehr viel, obwohl sie sich vor ihrem Nachbar Uluru überhaupt nicht zu verstecken brauchen. Es war schon sehr eindrücklich, diese millionenalten Steine zu sehen. Man kommt sich dabei ziemlich klein und unbedeutend vor.



Und dann ging es endlich auf zum Ayers Rock. Wir fuhren erstmal ein paar Minuten daran vorbei und hatten keine Chance, ein gutes Foto zu schiessen (die Fenster der australischen Busse sind nicht die saubersten). Auf dieser Strecke war es leider auch verboten, mal anzuhalten und auszusteigen... Angekommen, mussten wir auf einem um den Uluru angelegten Weg bleiben und durften auch da nicht überall fotografieren – insbesondere nicht da, wo die Aborigines auch heute noch ihre Zeremonien abhalten. Aber trotzdem war es ein tolles Erlebnis, den Uluru von nahem zu sehen und auch mal anzufassen. Raufklettern war allerdings nicht – im Sommer ist dies wegen der Hitze verboten.




Nach der Tour um den „Stein“ gings zum Sunset-BBQ-Platz wo wir mit vielen anderen den Uluru bei Sonnenuntergang genossen.




A TRIP IN A LAND DOWN UNDER from Mirko Lalit Egger on Vimeo.

In Alice Springs verbrachten wir noch einen weiteren Tag bevor es - leider - mit der Qantas (Flugzeit ca. 2,5h) zurück nach Sydney ging. Wir hätten gerne noch ein paar Tage in Alice verbracht um noch ein bisschen das Outback zu geniessen... Zurück in der City "durften" wir dann 12 Tage in einem nicht so tollen Backpacker in Kings Cross (da ist das Rotlichtviertel... und es hat einfach fast nur deutsche Touris...) verbringen. Zudem war das Wetter nicht Australia-like und wir haben uns jeden Tag nach dem sonnigen Alice gesehnt... Nach 12 Tagen (mit überhaupt nicht weihnachtlichen Weihnachtstagen dazwischen) durften wir dann endlich in unsere Residenz in Bondi umziehen. Hier gefällt es uns ganz gut - mal abgesehen davon, dass du in der Küche nur bis 21h kochen kannst, dich auf dem Sitzplatz nur bis 22.30h aufhalten darfst und die "Aufseherin" vielleicht besser in einer Erziehungsanstalt arbeiten würde...

Die Schule in the City of Sydney erreichen wir innerhalb von 20 Minuten und der bekannte Bondi Beach ist natürlich auch nicht fern. Bondi ist übrigens in der Welt als Surfspot bekannt - surfen kann man da aber nicht wirklich, weil es natürlich alle Surfer da versuchen und daher ist es ziemlich überfüllt.

Aber wir geniessen natürlich die Nähe zum Meer - seit dieser Woche ist es hier nämlich so heiss, wie man es von Australien erwartet...